Geschichte der Osteopathie

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 – 1917) begründete vor über 130 Jahren die Osteopathie. Diese beruhte auf seiner Erkenntnis, dass der Organismus eine unzertrennbare Einheit darstellt und dass Gesundheit vom funktionellen Gleichgewicht der Gesamtheit seiner Strukturen abhängig ist. Er entwickelte eine ganzheitliche Diagnose- und Behandlungsmethode, welche durch manuelle Therapie die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert.

Still praktizierte seine neue Behandlungsweise mit Erfolg und gründete 1892 die „American School of Osteopathy“ in Missouri. Es entstanden weitere Colleges und 1960 wurde die Osteopathie in den USA offiziell anerkannt. Ab den 1950er Jahren breitete sich die Osteopathie in Europa aus, wo sie heute in nahezu allen Ländern gelehrt und praktiziert wird.

Bis heute wird in der Osteopathie viel geforscht, um Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu erweitern und zu verbessern. Durch die rege Lehr- und Praxistätigkeit haben sich innerhalb der Osteopathie verschiede Strömungen entwickelt. Die biodynamische Osteopathie, welche heute auch vermehrt in der Schweiz praktiziert wird, orientiert sich an den von A. T. Still aufgestellten Grundprinzipien und therapiert, indem sie den Körper unterstützt, seine Funktionen untereinander in Einklang zu bringen und so zur Gesundheit zu gelangen.

Entwicklung in der Schweiz

In der Schweiz wird Osteopathie seit über zwanzig Jahren unterrichtet. Seit 2006 ist sie von der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektion als eigenständiger medizinischer Beruf anerkannt und gesetzlich geregelt.

Der Schweizerische Verband der Osteopathen (SVO) führt nach fünfjährigem Vollzeitstudium und zweijähriger Assistenzzeit Zulassungsprüfungen durch und verleiht das Diplom „Osteopath/in SVO“. Die Krankenkassen vergüten osteopathische Behandlungen im Rahmen von Zusatzversicherungen für Alternativmedizin.